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Historischer Stadtmauerrundgang Ehrang

Der neue historische Stadtmauerrundgang ermöglicht spannende Einblicke in die wechselvolle Vergangenheit des Ortes (von Rainer Neubert).


Historischer Stadtmauerrundgang Trier Ehrang
Quartiersmanagerin Melanie Bergweiler im Gespräch mit Tim Prenzel an der Station 12 des neuen Rundwegs.

Die großen Bodennägel im Altort von Ehrang ziehen schon seit zwei Wochen neugierige Blicke auf sich. Inzwischen ist für jedermann klar, dass sie Wegmarken für eine besondere Attraktion in dem Stadtteil mit großer Geschichte sind. 15 Infotafeln mit interessanten Informationen zu besonders spannenden Punkten und drei zusätzliche Wegtafeln finden sich ab sofort auf dem 1700 Meter langen Rundgang durch den Ort, den Kaiser Karl IV. im Jahr 1346 mit dem Stadtrecht versah.


„Ursprünglich hatten wir lediglich einen 800 Meter langen Weg entlang der historischen Stadtmauer vorgesehen“, sagt Melanie Bergweiler, die als Quartiersmanagerin im Programmgebiet Soziale Stadt seit 2016 in Ehrang/Quint die organisatorischen Fäden zusammenhält und neue Projekte voranbringt. „In den vergangenen Wochen haben wir uns überlegt, dass es schön wäre, noch zwei zusätzliche Schlenker anzufügen. Nun können wir den Menschen auch zeigen, was in den vergangenen 20 Jahren in Ehrang entstanden ist.“

Mit „wir“ meint sie die Mitglieder der seit drei Jahren aktiven AG Image, von denen die Idee zu dem historischen Rundgang geboren wurde. Unter anderem sind das Petra Wagner, Gertrud Casel, Berti Adams, Ronny Schmidt, Hans Werner Knopp, Andreas Hoffmann, Dennis Labarbe, Horst Orth und Helmut Steinmetz. Einmal im Monat kommen die zehn Mitglieder der ehrenamtlichen Arbeitsgemeinschaft zusammen.


Seit mehr als einem Jahr geht es dabei regelmäßig um den Stadtmauerweg. Und natürlich sind auch die Inhalte der Internetseite ehrang.de bei den Treffen immer ein Thema. Dort finden sich viele Informationen zum Stadtteil, zum gesellschaftlichen Leben und zu den Freizeitmöglichkeiten im Ort. Ab sofort ist hier auch der neue historische Stadtmauerrundgang zu finden, zeitnah auch inklusive Imagefilm und Erklärvideos.

Bodennagel des historischen Stadtmauerrundgangs. Die Kichturmspitze zeigt den Weg.

Bei den Sitzungen der AG wurde auch die Idee für die kupferfarbenen Bodennägel entwickelt. Sie zeigen die stilisierte Stadtmauer, Mosel und Kyllmündung sowie das Wappen von Ehrang. Marion Schmidt hat sie künstlerisch gestaltet. 35 Stück sind bereits Mitte April angebracht worden. „Die Texte auf den Informationstafeln stammen aus der Ehranger Heimat“, sagt Quartiersmanagerin Bergweiler. „Diese historischen Bücher bieten tolle Informationen zur Geschichte des Ortes.“


So erfährt der interessierte Spaziergänger zum Beispiel, dass der „Spieles“ über Jahrhunderte das Zentrum Ehrangs war, und welche Gebäude dort standen. Der Eulenplatz hat seinen Namen von dem Turm der Stadtmauer, in dem einst Schleiereulen nisteten. Später baute die Stadt dort Unterkünfte für die Schweinehirten. Aber auch die jüngere Geschichte wird thematisiert. Zum Beispiel an Station 12, dem Elternhaus von Johannes Schiff. Der erste Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wegen seiner zutiefst humanitären Einstellung geschätzt.


Wen das neugierig macht, kann ab sofort durch die verwinkelten Gassen spazieren und dabei mehr über den 1969 in die Stadt Trier eingemeindeten Ort mit seinen aktuell 9100 Einwohnern erfahren. Der Weg, der nun auch über das ehemalige Mühlengelände führt, ist weitgehend barrierefrei. Das einzige kurze Stück mit Treppen ist umgehbar.

„Wir tun etwas für das Image von Ehrang, denn unser Stadtteil ist schön und vielfältig“, ist Melanie Bergweiler überzeugt. Sie verweist dabei auch auf die mehr als 30 Vereine, vier Kitas, Jugendzentrum, Schulen, eine Klinik, Ärzte und Apotheke. „Unserem Ort merkt man die Eigenständigkeit von einst noch an.“


Wie wichtig die Stadt Ehrang einst war, zeigt der Rundweg natürlich auch. Denn die Stadtmauer musste um das Jahr 1560 erweitert werden, um allen Einwohnern Platz und Schutz bieten zu können. Reste der Mauern sind an vielen Stellen erhalten. Auch eine Straße ist nach der Stadtmauer benannt.


Gekostet hat der neue historische Rundweg etwa 20 000 Euro. „Wir können die Kosten dafür über die Städtebauförderung und das Programm soziale Stadt abrechnen“, freut sich Melanie Bergweiler. Offiziell eingeweiht werden soll der Stadtmauerrundgang am 8. Mai, dem Tag der Städtebauförderung. Begehbar ist er schon heute.





Karte historischer Stadtmauerrundgang Ehrang (Quelle: Stadtplanungsamt Trier)
Karte historischer Stadtmauerrundgang Ehrang